About Alexander Winter

by Martina Müller

They used to call me the Giant oder:
Wie man das Richtige im Falschen sagt.

Ich hab mit Adorno nichts zu schaffen, nein. Ich bin stattdessen einer von denen, die zu ehrlich sind, nicht ruhig sein können, viel versuchen. Einer von denen, die immer den Bilderrahmen grade rücken müssen, selbst wenn’s die Schwerkraft anders meint. Ich bin viel gewesen, vor allem ein Schlittern.

Ich war der kleine Praktikant im Verlag, der die Buchseiten gesetzt und die Rechtschreibfehler gesucht hat. Ich hab als Volontär in der PR-Abteilung gesessen und Anrufe beantwortet, meistens mit den gleichen Stimmfrequenzen. Ich war der Werbetexter, der über Maniküren, Hundefutter und Reisen nach Litauen mit der gleichen Emphase schreiben musste wie über das bessere Morgen – mit dem Wissen, dass es keinen so wirklich interessiert, solange die Bilder nur schön sind. Ich war eine billige Kopie von Frédéric Beigbeder, eine Ahnung von Orwell und meistens einen Millimeter zu weit weg von den Dingen.

Dann habe ich über Kunst und Musik geschrieben und wieder angefangen, ans eigene Wirken zu glauben. Es folgten Interviews mit Bands und Künstlern, mit anderen Menschen, und als dauerhafte Begleitung: ein ewiges Wollen.

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